Praxisbeispiele

In vielen Unternehmen sind Arbeitskräfte mit einem im Ausland erworbenen Berufsabschluss schon dauerhaft im Unternehmen integriert. Hier finden Sie Praxisbeispiele, die zeigen, wie die Anerkennungsverfahren ablaufen und welchen Mehrwert die formale Anerkennung des im Ausland erworbenen Abschlusses bringen kann. Machen Sie sich ein Bild davon, wie das Anerkennungsgesetz zur Fachkräftesicherung in Ihrem Unternehmen beitragen kann.
Praxisbeispiel L&K Luft und Klima 1
Das Familienunternehmen im Bereich Klimatechnik beschäftigt 20 Mitarbeiter, darunter 15 Monteure. Doch die Firma benötigt dringend neue Fachkräfte: „Speziell Kältemonteure sind auf dem freien Arbeitsmarkt so gut wie unmöglich zu finden.“, so Betriebsleiter Sven Holst. Als die Firma erfuhr, dass ihr Praktikant Bashar Saleh eine Ausbildung zum Kältemonteur in seinem Heimatland Syrien gemacht hatte, nutzten sie gemeinsam die Chance des Anerkennungsverfahrens.
Praxisbeispiel KIND 1
„Ein solches Gesetz war überfällig.“ Dr. Sonja König weiß, dass es wichtig ist, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihr Können zu zeigen. Sie leitet den Bereich Aus- und Weiterbildung bei der KIND Hörgeräte GmbH & Co. KG. Seit dem Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes begleitet das Familienunternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch das Anerkennungsverfahren, die ihre Berufsqualifikationen im Ausland erworben haben. Denn davon profitiert auch KIND Hörgerate: Gerade beim Mangelberuf Hörgeräteakustiker wird es immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden. Drei Mitarbeiterinnen aus Polen haben bereits mithilfe des Unternehmens ihren Abschluss als Hörakustikerin anerkannt bekommen. So auch Anna Domnick, die jetzt, nach der Anerkennung, als vollwertige Fachkraft arbeiten kann.
Was macht ein Zahnarzt, wenn ihm eine zahnmedizinische Fachangestellte fehlt? Er tut etwas gegen diesen Mangel. Und wenn seine Wunschkandidatin Unterstützung braucht, weil sie sich ihre im Ausland erworbenen Kenntnisse anerkennen lassen will, ist das für ihn selbstverständlich. So auch bei der Zahnarztpraxis Dr. Schirra in Düsseldorf und der spanischen Zahnarzthelferin Laura Ferrando Ribes.
Für die Firma Altuntas Elektromaschinenbau GmbH ist das Anerkennungsverfahren in jeder Hinsicht ein Gewinn. Und das obwohl es anfänglich für das Unternehmen viele Hürden zu überwinden galt. Die Freistellung des Mitarbeiters Łukasz Wesołowski für die Anpassungsqualifizierung und die Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache haben sich für Geschäftsführer Altuntas jedoch ausgezahlt. Sein Betrieb konnte einen qualifizierten und motivierten Mitarbeiter gewinnen und an sich binden. Das hat Altuntas darin bekräftigt, diesen Weg der Personalrekrutierung auch zukünftig weiterzugehen.
Praxisbeispiel All about cars 1
Bei All About Cars, einer Kfz-Werkstatt in Hamburg, muss jeder der fünf Mitarbeiter „alles über Autos wissen“. Das ist Anspruch von Inhaber Soner Candan, nicht zuletzt auch, da sein kleiner Betrieb sonst nicht funktionieren würde. In der Vergangenheit erfüllten die Bewerber häufig diese Anforderung nicht. Doch als Herr Candan über die Handwerkskammer Hamburg mit Saim Danabas aus der Türkei in Kontakt kam, erkannte der Geschäftsführer schnell: Herr Danabas ist der gesuchte neue Mitarbeiter für seine Werkstatt. Denn neben seiner hohen Motivation brachte Herr Danabas auch fast alle benötigten Qualifikationen mit. So konnte sein Berufsabschluss nach einer Anpassungsqualifizierung und mit Unterstützung von All About Cars voll anerkannt werden.
„Wir können uns nur behaupten, wenn wir ausländischen Fachkräften in unserem Unternehmen eine Chance geben“, erklärt Dragan Zeljic, Geschäftsführer von DZ-Elektro, einem Elektroinstallationsbetriebs in Pullach mit zehn Beschäftigten. Je nach Vorkenntnissen und Auffassungsgabe vergehen zwar ein bis zwei Jahre, bis neue Kollegen, die im Ausland gelernt haben, alles können. Doch diese Zeit gibt Dragan Zeljic ihnen gerne. Denn er weiß, dass sich diese Investition lohnt. Eines ist ihm dabei besonders wichtig: Die Bedeutung von Deutschkenntnissen auf einer Baustelle dürfen nicht unterschätzt werden.
Praxisbeispiel Rollwerk
Bei Rollerwerk Medical werden Fachkenntnisse und Internationalität groß geschrieben. Die medizinische Beratungsfirma ist Spezialist in den Bereichen Orthopädie, Rehabilitation, Medizintechnik und betreut Kunden aus aller Welt. „Doch für diese Aufgaben passende Mitarbeiter zu finden stellt eine große Herausforderung dar, denn der Orthopädietechnikermeister ist ein Engpassberuf in Deutschland“, so Matthias Roller, Geschäftsführer und Gründer von Rollerwerk- Medical. Aber dann lernte Herr Roller auf einer Konferenz Rozita Jahabin kennen, die Orthopädietechnik im Iran studiert hatte. Mithilfe der Positivliste konnte er sie nach Deutschland holen und bei sich einstellen.
Praxisbeispiel KFZ Henning 1
Hartmut Henning, Kfz-Meister, verfügt bereits über 40 Jahre Berufserfahrung und hatte in dieser Zeit schon mit Kraftfahrzeugen aller Art zu tun. „Man muss diesen Beruf lieben und sich immer wieder weiterbilden, um auf dem neuesten Stand zu sein“, so Henning. Genau dies wünscht er sich auch von seinen Mitarbeitern. Als sich Hossein Moshasdaeh Gohari bei ihm vorstellte, erkannte er schnell das Potenzial des iranischen Kfz-Mechatronikers und unterstütze ihn beim Anerkennungsverfahren. Mit Herrn Gohari hat die Kfz-Werkstatt nun endlich die lang gesuchte, passende Fachkraft gefunden.
Die Bundesagentur für Arbeit war es, die Edin Imširović, Inhaber eines Meisterbetriebs für Heizung und Sanitär in Aachen, auf die Möglichkeiten einer beruflichen Anerkennung für ausländische Fachkräfte aufmerksam gemacht hat. „Aus der Not heraus sind wir auf die Idee gekommen: Machen wir uns doch im Ausland auf die Suche nach geeigneten Fachkräften, denn auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind keine verfügbar.“ Der Beruf „Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik“ steht auf der sogenannten Positivliste der Arbeitsagentur. Das bedeutet, dass der Meisterbetrieb auch Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren kann – mit dem Ziel, die im Ausland erworbenen Ausbildungsabschlüsse in Deutschland anerkennen zu lassen.
Praxisbeispiel R+S Gruppe 1
Die R+S-Gruppe ist ein handwerklich geprägtes Dienstleistungsunternehmen in der Gebäude- und Schiffstechnik. Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt im Bereich Elektrotechnik, in dem sie ihren Kunden clevere Lösungen anbietet. Doch auch intern benötigt R+S schlaue Lösungen in diesem Bereich: Denn gerade in der Branche Elektrotechnik wird der Fachkräftemangel immer größer. Daher gründete das Unternehmen zusammen mit der serbischen Firma Energotehnika Juzna Backa die gemeinsame Gesellschaft RSE solutions GmbH und bietet damit serbischen Fachkräften eine attraktive berufliche Zukunft auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Dazu gehört auch die Unterstützung bei der Anerkennung ihrer serbischen Berufsabschlüsse.