L & K Luft und Klima: Eine gute Vorbereitung führt zum Erfolg

Das Familienunternehmen im Bereich Klimatechnik beschäftigt 20 Mitarbeiter, darunter 15 Monteure. Doch die Firma benötigt dringend neue Fachkräfte: „Speziell Kältemonteure sind auf dem freien Arbeitsmarkt so gut wie unmöglich zu finden.“, so Betriebsleiter Sven Holst. Als die Firma erfuhr, dass ihr Praktikant Bashar Saleh eine Ausbildung zum Kältemonteur in seinem Heimatland Syrien gemacht hatte, nutzten sie gemeinsam die Chance des Anerkennungsverfahrens.

Vom Praktikum zur Festanstellung

Im Sommer 2016 kam das Bildungswerk bbw auf die Firma L & K Luft und Klima GmbH zu, mit der Bitte einem Geflüchteten aus Syrien, Bashar Saleh, ein Praktikum zu ermöglichen. Schon beim Kennenlerntermin stellte sich heraus, dass Herr Saleh die passende Ausbildung zum Kältemonteur bereits in Syrien absolviert hat. Nach dem sechswöchigen Praktikum war sich die Firma sicher: Wir wollen Herrn Saleh als festen Mitarbeiter und unterstützen ihn beim Anerkennungsverfahren. Denn gerade auch für die rechtliche Absicherung bei der Arbeit auf Baustellen ist die Anerkennung der ausländischen Berufsausbildung sehr wichtig. „Insbesondere bei Kältemonteuren ist es so, dass diese einen Sachkundenachweis nach der Chemikalien- und Klimaschutzverordnung beziehungsweise der EU-Verordnung haben müssen, um überhaupt mit Kältemitteln und an Kältemaschinen arbeiten zu dürfen.“, erläutert Betriebsleiter Sven Holst. Zwei weitere wichtige Bedingungen für die Festanstellung: der Führerschein und das Erlernen der deutschen Sprache. Um das alles zu erreichen, setzte sich der Betrieb mit allen zuständigen Stellen zusammen und entwickelte einen Plan.

 

Alle Beteiligten an einen Tisch geholt

Zusammen mit Vertretern der Handwerkskammer Frankfurt (Oder), des Bildungswerkes, des Jobcenters und der Belegschaft wurde ein gemeinsames Vorgehen erarbeitet. Da nicht genügend Informationen über die syrische Ausbildung vorlagen, wie beispielsweise ein detaillierter Lehrplan, führte die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) eine Qualifikationsanalyse durch. Bei dieser wurden Herrn Saleh sowohl theoretische als auch praktische Aufgaben aus dem Arbeitsbereich des Kältemonteurs gestellt. „Im ersten Schritt haben wir hierbei eine teilweise Gleichwertigkeit zum deutschen Beruf festgestellt. Doch durch eine Anpassungsqualifizierung im Rahmen eines Projektes des IQ-Netzwerks konnte Herr Saleh die volle Gleichwertigkeit erreichen“, berichtet Aleksandra Ziomko-Zmuda, Referentin für nationale und internationale Fachkräftesicherung von der Handwerkskammer Frankfurt (Oder). Dafür absolvierte er zwei Sachkundelehrgänge und einen Elektrolehrgang. Weiterhin besuchte er Deutschkurse und machte mithilfe des Jobcenters seinen Führerschein. Mit der Unterstützung des Jobcenters konnte Herr Saleh schon während der gesamten Zeit bei der L & K Luft und Klima GmbH arbeiten und weitere Erfahrungen sammeln.

Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen schätzt Sven Holst positiv ein: „Natürlich muss man immer etwas hinterher sein und es ist viel Bürokratie, aber alle Ansprechpartner hatten immer ein offenes Ohr und unterstützten bei Fragen oder Problemen.“

Herausforderungen und Unterstützung

Viel Unterstützung kam auch von den eigenen Mitarbeitern: Sie halfen Herrn Saleh bei der Wohnungssuche und Wohnungseinrichtung. Außerdem begleiteten Sie ihn zu Terminen mit dem Jobcenter und leisteten Hilfe bei bürokratischen Vorgängen. Und sie nahmen ihn in ihr Team auf: Von Beginn an ging Herr Saleh direkt mit auf die Baustelle und kam so mit allen Kolleginnen und Kollegen schnell in Kontakt. So konnten eventuelle Vorbehalte direkt am Anfang ausgeräumt werden. Durch seine offene, wissbegierige und motivierte Art integrierte sich Bashar Saleh schnell. „Man muss dazu sagen, dass wir ein kleines Familienunternehmen sind – hier passt es sowieso nicht, wenn man gegeneinander arbeitet.“, so Betriebsleiter Sven Holst. Dass die Begleitung von Herrn Saleh beim Anerkennungsverfahren Aufwand bedeutet, war der Firma klar: „Das hat uns aber nicht gestört, weil wir ihn natürlich an unseren Betrieb binden wollten und ihn hier nach der Anerkennung weiter beschäftigen wollten. Das haben wir ihm auch von Anfang an in Aussicht gestellt.“ So blieb auch Herr Saleh immer dran und verfolgte das Ziel der Festanstellung.

 

Nochmal ein Anerkennungsverfahren unterstützen? Jederzeit!

Die L & K Luft und Klima GmbH zieht daher ein uneingeschränkt positives Fazit: „Wir würden es genauso nochmal machen. Die Kollegen sind begeistert von ihrem neuen Mitarbeiter und wir sind sehr zufrieden.“ Auch in Zukunft werden Fachkräfte mit ausländischen Berufsqualifikationen eine wichtige Zielgruppe bei der Mitarbeitergewinnung für die Firma bleiben. Für Betriebe, die ihre Mitarbeiter ebenfalls beim Anerkennungsverfahren unterstützen möchten, hat Sven Holst einen Ratschlag: „Es ist wichtig, sich direkt am Anfang mit den zuständigen Stellen zusammen zu setzen und einen Plan zu erstellen.“

Auf einen Blick

Branche: Klimatechnik

Anerkannter Beruf: Mechatroniker für Kälteanlagenbau

Standort: Herzfelde, Brandenburg

Beschäftigte: 20, davon 15 Monteure

 

Kontakt:

L+ K  Luft und Klima GmbH
Möllenstraße 43
15378 Herzfelde

Telefon: 033 434 - 79 60
E-Mail: info@klimadienst24.de
Homepage: http://www.klimadienst24.de/

 

Interview mit L+ K  Luft und Klima GmbH im Jahr 2017.