Neuer IAB-Kurzbericht: Wer bleibt, wer geht – und warum Eingewanderte Deutschland wieder verlassen

Ein neuer Kurzbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass 2,6 Prozent der Eingewanderten Deutschland innerhalb eines Jahres wieder verlassen haben. Neben partnerschaftlichen und familiären Gründen nennt ein Drittel aufwändige bürokratische Prozesse als Abwanderungsgrund. Viele der Ausgewanderten hätten sich mehr Unterstützung bei Fragen zu Arbeit und Karriere gewünscht.

Ein neuer Kurzbericht des IABs untersucht, wer Deutschland nach der Einwanderung wieder verlässt und aus welchen Gründen. Grundlage ist das International Mobility Panel of Migrants in Germany (IMPa), eine Längsschnittbefragung von Eingewanderten.

 

Als Abwanderungsgrund am häufigsten genannt wurden partnerschaftliche und familiäre Gründe. Direkt dahinter folgen jedoch aufwändige bürokratische Prozesse: Ein Drittel der Ausgewanderten nennt diese als Grund für den Wegzug. Besonders kritisch bewertet wurden unbeantwortete Rückfragen, lange Verfahrensdauern und -gebühren sowie unklare Abläufe. Auch die Hälfte der Ausgewanderten gibt rückblickend an, während ihres Deutschlandaufenthalts Unterstützungsbedarf im Bereich Arbeit und Karriere gehabt zu haben.

 

Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass auch klare und nachvollziehbare Verfahren in der Anerkennung eine wichtige Rolle für den Verbleib von Fachkräften spielen könnten. Die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen ist einer der zentralen bürokratischen Prozesse, mit denen Eingewanderte konfrontiert sind. Verläuft dieses Verfahren intransparent, langwierig oder schwer nachvollziehbar, kann dies die Bleibeperspektive potenziell belasten, gerade bei Personen, die ohnehin über internationale Mobilitätsoptionen verfügen.

 

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