Länderprofil
Abbildung Südkorea - aktuell

Südkorea

Gültigkeit Seit 01.09.1954
Amtssprache Koreanisch

Beschreibung

Das koreanische Bildungssystem ist stark zentralisiert. Für die Ausarbeitung von Bildungsplänen und deren Umsetzung ist das Ministry of Education, Science and Technology (MEST) verantwortlich. Das koreanische Bildungssystem verfügt über vier Stufen. Die 6jährige Grundschule und die 3-jährige Mittelschule sind für alle Schüler verpflichtend. Anschließend können eine 3-jährige Oberschule und eine 4-jährige Hochschule besucht werden.

Nach Besuch der ersten 9 Schuljahre und dem Erwerb des „Basic Education Certificate“, steht es den Schülern offen, ob sie sich für eine allgemeinbildende oder eine berufsbildende Oberschule entscheiden. Neben der Möglichkeit, für weitere 3 Jahre eine allgemeine Sekundarschule zu besuchen um anschließend die allgemeine Hochschulreife - „High School Certificate“zu erwerben, können die Schüler/innen an den beruflichen und technischen Sekundarschulen in den Fachrichtungen Landwirtschaft, Technik, Wirtschaft, Marine und Fischerei den Abschluss „Vocational High School Certificate“ erwerben. An einigen dieser technischen Sekundarschulen wird ein Duales System eingeführt. Nach einer zweijährigen theoretischen Ausbildung an der Schule gehen die Schülerinnen und Schüler anschließend ein Jahr lang für die praktische Ausbildung in Betriebe und Unternehmen.

Nach Absolvierung der technischen Sekundarschule können Inhaber eines überdurchschnittlichen "Vocational High School Certificate"-Abschlusses ein Studium in ihrer jeweiligen Fachrichtung an einer Universität aufnehmen. Außerdem haben Absolventen der Sekundarschulen die Möglichkeit, auf eine Fachhochschule bzw. ein „Technisches Institut“ (Junior Vocational College) zu wechseln, um dort nach einer 2 bis 3 jährigen Weiterbildung einen "Industrial Associate Degree"-Abschluss zu erlangen. Ziel der Junior Vocationals Colleges ist es, Techniker auszubilden, die sowohl mit solidem theoretischen Wissen als auch praktischen Kenntnissen ausgestattet sind. Die Ausbildung unterscheidet sich von einem Universitätsstudium zum einen durch einen verstärkten Praxisbezug und zum anderen durch die curriculare Einbindung berufsbezogener Lehrveranstaltungen.

Landesspezifische Besonderheiten

Obwohl Südkorea über keine bedeutsamen Rohstoffe verfügt, erlebt das Land seit Ende der 60er Jahre ein beeindruckendes wirtschaftliches Wachstum. Diese rasante wirtschaftliche Entwicklung ist vor allem auf die in der Gesellschaft tief verankerte Bildungsmeritokratie und der damit verbundenen Expansion des Bildungskapitals zurückzuführen.

Trotz umfangreicher Bestrebungen der Bildungspolitik sind in Südkorea berufliche Qualifikationen von geringerer Bedeutung als Abschlüsse des allgemeinen Bildungssystems. Dies liegt daran, dass in Südkorea formale Bildungsabschlüsse eine starke Rolle bei der Bestimmung des gesellschaftlichen Status spielen.

Aktuelle Reformprozesse

Die Regierung setzt, neben den existierenden Systemen, auf den Aufbau von "Meister-Schulen". Das Wort "Meister" wurde dabei direkt aus dem Deutschen übernommen, da das deutsche duale System sowie deutsche Handwerker- und Ingenieursarbeit in Südkorea ein hohes Ansehen genießen.

Ziel ist die Gründung von bis zu 50 berufsbildenden "Meister-Schulen". Dies sind berufsbildende Oberschulen mit einer Spezialisierung auf ein bestimmtes Fach. Im Gegensatz zu den bisherigen Berufsschulen haben sie deutlich mehr Freiheit bei der Gestaltung ihrer Lehrpläne in Kooperation mit der Privatwirtschaft.