Länderprofil
Abbildung Deutschland - aktuell

Deutschland

Gültigkeit Seit 01.09.1969
Amtssprache Deutsch

Beschreibung

Nach dem Abschluss der 4- bis 6-jährigen Grundschule gibt es folgende weiterführende Schulen

  •     Hauptschule
  •     Realschule
  •     Gymnasium
  •     Gesamtschule

Im Anschluss daran gibt es für Absolventen aller Schultypen die Möglichkeit einer beruflichen Erstausbildung. Rechtlich gibt es keine Zugangsvoraussetzungen zu einer beruflichen Erstausbildung.

Die häufigste Form der beruflichen Erstausbildung ist die duale Ausbildung. Der theoretische Teil der Ausbildung wird in der Berufsschule vermittelt, der praktische Teil in einem Unternehmen.

Auszubildende arbeiten an drei bis vier Tagen pro Woche im Betrieb und besuchen an ein bis zwei Tagen die Berufsschule (Verteilung der Tage variieren je nach Ausbildungsberuf und Ausbildungsjahr). Der Berufsschulunterricht kann auch als Blockunterricht angeboten werden. Das bedeutet, dass Auszubildende bis zu acht Wochen am Stück die Berufsschule besuchen.

In manchen Bereichen wird der praktische Teil durch den Besuch einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte ergänzt (bis zu vier Wochen im Jahr). Diese Ausbildungsstätten können bestimmte praktische Teilbereiche einer Ausbildung abdecken, die in vielen Betrieben beispielsweise aufgrund deren Größe oder Spezialisierung nicht abgedeckt werden können.

Die Ausbildung im Betrieb wird durch den Bund und die Tarifpartner, anhand bundeseinheitlicher Ausbildungsordnungen geregelt. Die Ausbildung an der Berufsschule unterliegt der Aufsicht der einzelnen Bundesländer. Auf Bundesebene wird von der Kultusministerkonferenz ein Rahmenlehrplan beschlossen, der von den Bundesländern unverändert übernommen oder in eigene Lehrpläne umgesetzt werden kann.

Etwa in der Mitte der Ausbildung ist eine Zwischenprüfung abzulegen. Am Ende der Ausbildung findet die Abschlussprüfung statt. Diese werden von den zuständigen Stellen (z.B. von den Handwerkskammern oder Industrie- und Handelskammern) organisiert und durchgeführt. Zur Durchführung wir ein Prüfungsausschuss eingerichtet.

Abgeschlossen wird die Ausbildung mit dem Gesellenbrief, dem IHK-Prüfungszeugnis (bis 31.08.2000: Kaufmannsgehilfenbrief) oder dem IHK-Facharbeiterbrief.

Eine Übersicht über alle Aus- und Weiterbildungsberufe sowie die dazugehörigen Ausbildungsordnungen finden sich auf den Seiten des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Im Anschluss hieran besteht im Handwerksbereich die Möglichkeit einen Meisterlehrgang zu besuchen, an dessen Ende der Meisterbrief verliehen wird. Im IHK-Bereich kann eine Aufstiegsfortbildung zum Fachwirt oder zum Fachkaufmann/-frau absolviert werden.

Die zweite Form der beruflichen Erstausbildung ist die schulische Ausbildung.  Die Ausbildung für einen gesetzlich anerkannten Beruf erfolgt hier in vollzeitschulischer Form. Hier können staatliche Abschlüsse bzw. staatlich anerkannte Abschlüsse erworben werden.

Nach einer erfolgreich absolvierten Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung besteht auch die Möglichkeit bestimmte Fächer an einer Hochschule zu studieren. Die Voraussetzungen für die Zulassung zu einem Hochschulstudium werden im Einzelfall von der jeweiligen Hochschule geprüft.

Eine umfassende Grafik zum deutschen Berufsbildungssystem findet sich im Bildungsbericht auf S.12.

Aktuelle Reformprozesse

Seit 2002 gibt es für einige Berufe die sogenannte gestreckte Abschlussprüfung. In diesem Fall wird die Zwischenprüfung durch den ersten Teil der Abschlussprüfung  ersetzt. Das Ergebnis fließt zu einem gewissen Anteil in die Abschlussnote ein.

Weiterführende Informationen

Quellen und Links
Informationen des Auswärtigen Amtes