Länderprofil
Abbildung Malaysia 1996

Malaysia

Gültigkeit Seit 01.01.1996
Amtssprache Englisch Malaysisch Die Amtssprache Malaysias ist Bahasa Malaysia (Malaysisch). Die englische Sprache genießt aufgrund der langen britischen Kolonialzeit in Malaysia eine besondere Rolle und ist für viele Malaysier Zweitsprache. Aufgrund einer großen chinesischen Minderheit spielt auch das Chinesische eine wichtige Rolle (vor allem Kantonesisch, Hochchinesisch, Hokkien, Hakka, Chaozhou (Teochew), Hainan, der Fuzhou-Dialekt). Aufgrund der ebenfalls in Malaysia lebenden indischen Minderheit sind zahlreiche indische Sprachen, insbesondere Tamilisch, Telugu und Malayalam verbreitet.

Beschreibung

Das malaysische Bildungssystem ist stark zentralisiert. Für die Ausarbeitung von Bildungsplänen und deren Umsetzung sind verschiedene Akteure zuständig: das Bildungsministerium (MoE) (für formale TVET-Programme in Sekundarschulen), das Ministerium für Hochschulbildung (beaufsichtigt die TVET-Programme in Fachhochschulen und Community Colleges) sowie der Nationale Berufsbildungsrat (NVTC) (für die Formulierung, Förderung und Koordinierung von Strategien und Programmen). 

Die Grundschulausbildung dauert 6 Jahre und richtet sich an Schüler/innen im Alter von 7-12 Jahren. Malaysia hat drei Arten von Grundschulen: Nationale Schulen, staatliche chinesische Schulen und staatliche tamilische Schulen, die in den Sprachen Bahasa-Malaysisch, (Mandarin-)Chinesisch und Tamilisch unterrichten. Am Ende der Grundschule legen die Schüler/innen den Primary School Achievement Test „Ujian Prestasi Sekolah Rendah (PSAT/UPSR)“ ab.  

Nach Absolvierung der Grundschule können die Schüler/innen in Malaysia die erste grundlegende Berufsqualifikation erwerben, indem sie die 3-jährige weiterführende technische Schule besuchen und den Abschluss „Pendidikan Asas Vokasional/Basic Vocational Education (PAV)“ erwerben. Nach dem Abschluss ihrer PAV-Ausbildung können die Absolvent/innen an Berufsausbildungsinstituten (Skill Training Institute SKM / DKM / DLKM) weiterlernen, an denen sie verschiedene Berufsqualifikationen erwerben können. Abgeschlossen wird mit dem Zertifikat „Diploma Kemahiran Malaysia/Malaysian Skills Diploma“, welches weitere Aufstiegsmöglichkeiten im Bildungssystem eröffnet oder den Eintritt in den Arbeitsmarkt ermöglicht.  

Alternativ können Absolvent/innen der Grundschule in Malaysia die 3-jährige Junior-Sekundarschule besuchen und den Abschluss „penilaiische Menengah Rendah“(Abschlussprüfung der Junior-Sekundarschule) erwerben. Nach dem erfolgreichen Besuch der Junior-Sekundarschule bestehen in Malaysia folgende Weiterqualifikationsmöglichkeiten:  

  • Die Teilnahme an der 2-jährigen Ausbildung der Oberen Sekundarstufe und das Erwerben des „Sijil Pelajaran Malaysia / Malaysian Certificate of Education (SPM)“.
     
  • Das Absolvieren einer 2-jährigen Ausbildung an einer technischen Sekundarschule und der Erwerb des Abschlusses „Malaysian Certificate of Education (SPM)“. Der Praxisanteil beläuft sich auf weniger als 30 Prozent.
     
  • Der Besuch eines 2-jährigen Ausbildungsprogramms an einem Vocational College I, der zum Erlangen des Sijil Vokasional Malaysia/ Malaysian Vocational Certificate (SVM)“ führt. Der Praxisanteil liegt bei dieser Ausbildungsform zwischen 30 und 40 Prozent.
     
  • Die Teilnahme an einer 2-jährigen Ausbildung an einem Berufsausbildungszentrum, die zum Erwerb des „Sijil Kemahiran Malayisa/ Malaysia Skills Certificate (SKM)“ qualifizieren. Der Praxisanteil beträgt zwischen 30 und 50 Prozent.

Während nur Absolvent/innen der Oberen Sekundarstufe die Möglichkeit haben, sich anschließend für das „Sijil Tinggi Pelajaran Malaysia / Malaysian Higher School certificate (STPM)" zu qualifizieren, das den Weg zum Studium an den malaysischen Hochschulen und Universitäten ebnet, können sich alle Absolvent/innen der oben genannten Bildungsgänge zwischen folgenden Bildungswegen entscheiden:  

  • Das Absolvieren eines 2-jährigen Bildungsprogramms an einem Vocational College II und somit das Erwerben des „Diploma Vokasional Malaysia /Malaysia Vocational Diploma (DVM)" bzw. „Diploma Kemahiran Malaysia/ Malaysia Skills Diploma (DKM)". Der Praxisanteil variiert zwischen 35 und 50 Prozent.
  • Das Durchlaufen eines 4-jährigen Bildungsgangs an einem Community College, um sich für ein „Diploma“ zu qualifizieren. Der Praxisanteil variiert zwischen 30 und 50 Prozent.
  • Der Besuch eines 5-jährigen Bildungsgangs an einer technischen Hochschule (Polytechnics), um den Abschluss „Advance Diploma“ zu erlangen. Der Praxisanteil variiert zwischen 30 und 50 Prozent.
Landesspezifische Besonderheiten

Die Rechtsgrundlage für die staatliche Bildungspolitik ist der Education Act 1996. 

Malaysia besteht aus zwei eigenständigen Regionen: die Halbinsel auf dem asiatischen Kontinent sowie Sabah und Sarawak, die auf der Insel Borneo liegen. Malaysia hat 13 Bundesstaaten und 3 föderale Territorien, die Hauptstadt Kuala Lumpur, Labuan und Putrajaya. Das Land hat 3 Hauptbevölkerungsgruppen, die Malaysier, die Chinesen und die Inder. 

Seit 2003 ist die 6-jährige Grundschulausbildung in Malaysia obligatorisch.   

Das Schuljahr beginnt im Januar und endet im November. Das akademische Jahr beginnt im September.

Aktuelle Reformprozesse

Malaysia führt derzeit einige Reformen seines Berufsbildungssystems durch. Der Ausschuss zur Verbesserung der technischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung (JPTVET) konzentriert sich unter anderem auf Fragen der beruflichen Aus- und Weiterbildung wie Ausrichtung, Artikulation, Finanzierung und Beschäftigungsfähigkeit.  In diesem Zusammenhang wird zurzeit im Auftrag der malaysischen Regierung eine Masterplanstudie über den Bedarf an Humankapital in Bezug auf Angebot und Nachfrage durchgeführt. Es wird erwartet, dass die Studie das Engagementmodel der Branche, das Finanzierungsmodell für die berufliche Aus- und Weiterbildung, die Abstimmung von Angebot und Nachfrage, die strategische Zusammenarbeit zwischen Anbietern von beruflicher Aus- und Weiterbildung und die Bemühungen zur Erreichung eines hohen Anteils an qualifizierten Arbeitskräften bis 2020 untersucht. (Quelle TVET Malaysia 2019)

Weiterführende Informationen

Quellen und Links

Ministry of Education (MoE)

Das Bildungsministerium (MoE) ist für die formalen TVET-Programme in Sekundarschulen zuständig und entwickelt bzw. koordiniert auch die Richtlinien und den Lehrplan für die berufliche Aus- und Weiterbildung.

Ministry of Higher Education

Das Ministerium für Hochschulbildung beaufsichtigt die TVET-Programme in öffentlichen und privaten Universitäten, Fachhochschulen und Community Colleges.

Ministry of Youth and Sports

Das Ministerium für Jugend und Sport bietet Trainingsprogramme für die Grund-, Mittel- und Oberstufe der beruflichen Qualifikation in den Ausbildungsstätten und im Youth Advanced Skills Training Centre an.

Ministry of Human Resources

Das Ministerium für Humanressourcen ist für die industriellen Ausbildungsinstitute (ITIs) zuständig und bietet nicht-formale TVET-Programme an. Darüber hinaus spielt es eine wichtige koordinierende Rolle im Nationalen Berufsbildungsrat (National Vocational Training Council, NVTC).

National Vocational Training Council, NVTC

Der Nationale Berufsbildungsrat (NVTC) - dem Ministerium für Humanressourcen unterstellt - ist das nationale Gremium, dem eine wichtige Rolle bei der Formulierung, Förderung und Koordinierung von Strategien und Programmen für die industrielle und berufliche Bildung, einschließlich der Umsetzung eines nationalen Programms zur Zertifizierung von Qualifikationen, zukommt. Zu den weiteren Hauptaufgaben des NVTC gehören die Bewertung des Qualifikationsbedarfs, die Entwicklung der nationalen Normen für berufliche Fertigkeiten (NOSS), die Förderung der Ausbildung von Fertigkeiten und von auf Fertigkeiten basierenden Karrieren, die Verbesserung der Fähigkeiten des Ausbildungspersonals und die Durchführung von Studien/Forschungsarbeiten zur Ausbildung von Qualifikationen.

The Council of Trust for the Indigenous People

Der Rat des Vertrauens für die indigene Bevölkerung betreibt Institute zur Ausbildung von Qualifikationen und bietet Programme auf Grund-, Mittel-, Fortgeschrittenen- und beruflicher Ebene an.

The Human Resources Development Council (HRDC)

Der Rat für die Entwicklung der Personalressourcen führt Lehrlings- und Ausbildungsbeihilfeprogramme sowie andere Programme zur Ausbildung von Grundfertigkeiten in den Bereichen Mechatronik, Hotel und Tourismus, Fertigung und Informationstechnologie durch. Im Rahmen des Lehrlingsprogramms haben Arbeitgeber Anspruch auf eine 100%ige Rückerstattung der Ausbildungskosten, die sich aus den monatlichen Zulagen der Lehrlinge, Versicherungen und Ausbildungsmaterialien zusammensetzen.

 

Informationen des Auswärtigen Amtes