Anerkennungsbescheid

Wie sieht ein Anerkennungsbescheid aus? Was bedeutet dieser? Und wie geht’s nun weiter?

Die Antragstellerin bzw. der Antragsteller erhält in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Vorlage aller notwendigen Unterlagen einen Bescheid von  der zuständigen Stelle. Die Bearbeitung kann sich verlängern, wenn keine Informationen über die Inhalte der ausländischen Berufsqualifikation zur Verfügung stehen. Die zuständige Stelle kann in diesem Fall die Bearbeitungsfrist angemessen verlängern.

Der Bescheid zur Gleichwertigkeitsfeststellung zeigt auf, über welche beruflichen Qualifikationen die Antragstellerin bzw. der Antragsteller verfügt und inwiefern das ausländische Qualifikationsprofil dem deutschen Referenzberuf gleichwertig ist. Gegebenenfalls werden die bestehenden wesentlichen Unterschiede beschrieben. Beispiele für Anerkennungsbescheide der Handwerkskammern oder IHK Fosa finden Sie in dem Blog von Unternehmen Berufsanerkennung.

Am Ende der Gleichwertigkeitsprüfung gibt es drei mögliche Ergebnisse, die der Antragstellerin bzw. dem Antragsteller in dem entsprechenden Bescheid mitgeteilt werden. Reichen die vorliegenden Informationen nicht für eine Gleichwertigkeitsprüfung aus, kann die zuständige Stelle auch eine Qualifikationsanalyse durchführen.

Die Berufsqualifikation ist mit der deutschen Referenzqualifikation gleichwertig

Der Bescheid des Anerkennungsverfahrens ist ein Dokument, das bestätigt, dass die Berufsqualifikation der Antragstellerin oder des Antragstellers mit einem deutschen Referenzberuf voll gleichwertig ist. Das bedeutet, dass die zuständige Stelle bei der Prüfung keine wesentlichen Unterschiede zwischen der ausländischen Aus- oder Fortbildung und dem deutschen Referenzberuf festgestellt hat. Damit können Sie die betreffende Fachkraft genauso einsetzen wie eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter mit einem entsprechenden deutschen Berufsabschluss. Auch der Zugang zu anschließenden Aufstiegsfortbildungen werden durch den Bescheid des Gleichwertigkeitsverfahrens erleichtert.

Die Berufsqualifikation ist mit der deutschen Referenzqualifikation teilweise gleichwertig

Der Bescheid über die teilweise Gleichwertigkeit enthält Angaben zu den Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen, die durch die ausländische Berufsqualifikation erworben wurden. Darüber hinaus werden auch die wesentlichen Unterschiede zur deutschen Referenzqualifikation aufgeführt.

In diesem Fall können Sie entscheiden, ob dies für die Ausübung der Tätigkeiten in Ihrem Unternehmen bereits ausreicht oder ob es gegebenenfalls sinnvoll ist, gezielte Maßnahmen zur Anpassungsqualifizierung anzubieten.

Bei Referenzberufen, die reglementiert sind, wird im Bescheid zusätzlich festgelegt, mit welcher Maßnahme (z. B. Anpassungslehrgang oder Eignungsprüfung) die wesentlichen Unterschiede ausgeglichen werden können. Doch auch bei nicht-reglementierten Berufen kann die zuständige Stelle Maßnahmen auflisten, die zur Erreichung einer „vollständigen Gleichwertigkeit“ führen.

Nach erfolgreichem Abschluss einer Anpassungsqualifizierung kann die Antragstellerin bzw. der Antragsteller einen Nachfolgeantrag (oder: Wiederaufnahmeantrag) bei der zuständigen Stelle einreichen. Diese überprüft, ob die wesentlichen Unterschiede ausgeglichen wurden. Wenn dies der Fall ist, wird eine volle Gleichwertigkeit beschieden.

Zwischen der Berufsqualifikation und der deutschen Referenzqualifikation besteht keine Gleichwertigkeit

Anträge können aus verschiedenen Gründen abgelehnt werden. Z. B. kann ein abschlägiger Bescheid ergehen, wenn unter keinem Gesichtspunkt Vergleichbarkeiten zwischen den Berufsqualifikationen festgestellt werden können. In diesem Fall wird auf die zentralen wesentlichen Unterschiede hingewiesen und erläutert, warum kaum Überschneidungen mit dem deutschen Referenzberuf vorliegen.

Die vorliegenden Informationen reichen für ein Anerkennungsverfahren nicht aus

Reichen die vorliegenden Informationen über die ausländische Qualifikation nicht aus, kann bei der zuständigen Stelle auch eine Qualifikationsanalyse durchgeführt werden.

Gründe hierfür können sein, dass

  • erforderliche Nachweise oder Informationen aus unverschuldeten Gründen nicht vorgelegt werden können oder
  • die Vorlage bzw. die Beschaffung von Unterlagen mit einem unangemessenen zeitlichen und sachlichen Aufwand verbunden ist.

Bei der Qualifikationsanalyse werden die maßgeblichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten geprüft, die für die Ausübung des betreffenden Berufs notwendig und damit zur Feststellung der Gleichwertigkeit erforderlich sind. Im Rahmen einer Qualifikationsanalyse können z. B. Arbeitsproben oder Fachgespräche durchgeführt werden. Welches Instrument zum Einsatz kommt, hängt von der Art der festzustellenden Qualifikationen ab. Die Ergebnisse werden dokumentiert und fließen in die Gleichwertigkeitsprüfung ein. Ein Tutorialvideo zum Thema Qualifikationsanalysen finden Sie hier.