Anpassungsqualifizierung

Wie kann eine Anpassungsqualifizierung aussehen?

Werden wesentliche Unterschiede zwischen der ausländischen Berufsqualifikation und dem deutschen Referenzberuf festgestellt, werden diese im Bescheid zur Gleichwertigkeitsfeststellung aufgeführt. Die zuständige Stelle muss – sofern die deutsche Referenzqualifikation in den Bereich der reglementierten Berufe fällt – eine Ausgleichsmaßnahme nennen, mit welcher diese Unterschiede ausgeglichen werden können.

Manche zuständigen Stellen beschreiben diese Maßnahmen auch bei nicht-reglementierten Berufen. Dies ist für Sie und Ihre Fachkraft ein Ansatzpunkt zum weiteren Vorgehen. Ausgleichsmaßnahmen können Anpassungsqualifizierungen oder Eignungsprüfungen für bestimmte Tätigkeiten sein.

Bei der Auswahl der richtigen Anpassungsqualifizierung muss jede Antragstellerin bzw. jeder Antragsteller individuell in den Blick genommen werden. Da bei der Feststellung der Gleichwertigkeit neben dem ausländischen Berufsabschluss auch die jeweilige Erwerbsbiografie der Antragstellerin bzw. des Antragstellers in die Entscheidung einbezogen wird, ist es wichtig, passgenaue Maßnahmen zu erkennen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zuständigen Stellen, der Jobcenter, der Weiterbildungsträger etc. können beratende zur Seite stehen – eine wichtige und sinnvolle Unterstützung.

Doch wie können solche sogenannten Anpassungsqualifizierungen konkret aussehen? Im  Folgenden führen wir Ihnen einige Beispiele auf:


Betriebspraktikum

Bei einem Betriebspraktikum sollten Sie und Ihre Fachkraft in Absprache mit der zuständigen Stelle die Lerninhalte festlegen, die für eine volle Gleichwertigkeit des Berufsabschlusses nötig sind. Die zuständige Stelle oder das Jobcenter können durch zusätzliche Bildungsangebote ebenfalls in den Prozess eingebunden werden. Nach Abschluss des Praktikums erhält die Antragstellerin oder der Antragsteller eine schriftliche Bestätigung darüber, welche konkreten Kenntnisse und Fertigkeiten während des Praktikums erworben wurden.

Anschließend kann die zuständige Stelle prüfen, ob diese Kenntnisse und Fertigkeiten
ausreichen, um die wesentlichen Unterschiede zum deutschen Referenzberuf zu kompensieren.


Weiterbildungskurse oder überbetriebliche Unterweisungen

Neben Betriebspraktika gibt es noch weitere Möglichkeiten, bestehende Ausbildungslücken zu schließen. So können etwa Weiterbildungskurse bei Trägern besucht oder nach Absprache mit der Kammer Unterweisungen in überbetrieblichen Lehrwerkstätten in Anspruch genommen werden. Sie basieren entweder auf individuell abgestimmten Maßnahmen oder auf modularen Anpassungs- bzw. Nachqualifizierungskursen.
Einen Überblick über das lokale, regionale und überregionale Angebot an Seminaren und Weiterbildungen sowie detaillierte Informationen zu den einzelnen Bildungsanbietern finden Sie in der  Aus- und Weiterbildungsdatenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit. Auch die regionalen IQ-Netzwerke bieten Information zu Anpassungsqualifizierungskursen sowie zur Förderung an.